Arbeiten in luftiger Höhe

Die Südostbahn saniert den über 110 Jahre alten Sitterviadukt. Dieser ist mit 99 Metern die höchste Eisenbahnbrücke der Schweiz. Für Beat Burgherr, SOB-Gesamtprojektleiter der Bauarbeiten am Sitterviadukt, zählen die Sicherheit und die Zugänglichkeit zur Baustelle zu den grössten Herausforderungen.
Text: Christopher Hug, Fotos: Christopher Hug, SOB

Der Sitterivadukt zwischen St.Gallen Haggen und Herisau wurde in den Jahren 1907 bis 1910 erbaut und letztmals vor rund 40 Jahren saniert. Die Brücke ist 365 Meter lang und mit 99 Metern die höchste Eisenbahnbrücke der Schweiz. Sie besteht aus verschiedenen Materialien wie Mauerwerk, Beton und Stahl. Das Herzstück des Sitterviadukts ist die Stahlkonstruktion, der sogenannte Fischbauch. Die SOB investiert rund 14 Millionen Franken in die Erneuerung dieses Kunstbaus; sie ersetzt die Gleisanlagen sowie die Fahrleitungen und erneuert den Korrosionsschutz an der Stahlkonstruktion.

Grosse Herausforderungen
Für Beat Burgherr hat die Sicherheit im Baustellenbereich absolute Priorität, sowohl für die Baustellenmitarbeitenden wie auch für den Bahnbetrieb. «Wir arbeiten in einer Höhe von rund 100 Metern. Da darf es in Bezug auf die Sicherheit keine Kompromisse geben», erklärt Beat Burgherr. Zudem hat er zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Viadukt Sittertobel ein separates Sicherheitskonzept erarbeitet. Die Mitarbeitenden auf der Baustelle müssen ihre Arbeiten gemäss diesem Konzept umsetzen.
Nebst der Sicherheit ist für ihn die Zugänglichkeit der Baustelle eine grosse Herausforderung. Zeitgleich mit dem Sitterviadukt wird nämlich der in Richtung Herisau liegende Sturzeneggtunnel erneuert. Somit kann die Baustelle zeitweise nur von der Seite St.Gallen Haggen erreicht werden – oder über einen Warenlift, der am höchsten Pfeiler der Brücke installiert wird. Für bestimmte Arbeiten erfolgt der Zugang zur Baustelle sogar über den Luftweg mit dem Helikopter.«Seit Sommer 2017 plane ich die Bauetappen, denn es muss alles aufeinander abgestimmt sein, auch mit der Baustelle im Sturzeneggtunnel», so Beat Burgherr.
Die Bodensee-Toggenburg- Bahn (BT) eröffnete den Sturzeneggtunnel zusammen mit dem Sitterviadukt im Oktober 1910. Der Tunnel hat eine Länge von 246 Metern. 1989 sanierte die BT den Tunnel letztmals. Die SOB erneuert im Sturzeneggtunnel das Tunnelgewölbe und die Fahrbahn sowie die Fahrleitung. Das Tunnelprofil passt sie so an, dass zukünftig Doppelstockzüge den Tunnel passieren könnten.