Erfrischung auf der ganzen Linie

Tauchen Sie ein in die Magie der Wasserwelt zwischen Boden- und Vierwaldstättersee. Entlang der Linien des Voralpen-Express und der S4 gibt es zahlreiche Strände und Badis, die zu den schönsten der Schweiz gehören.

Text: Claudia Krucker 

Endlich Sommer! – Vergessen sind die grauen Wintertage, die dunklen, langen Nächte. Der Frühling hat die Farben zurückgebracht, und mit dem Sommer kommt nun eine neue Leichtigkeit zurück. Das Leben findet wieder draussen statt. Bald wird mit den ansteigenden Temperaturen auch das Verlangen nach Erfrischung, Entspannung und Erholung grösser werden.

Sieh, das Gute liegt so nah.

Unser Land gilt gemeinhin als Wasserschloss Europas. Das Binnenland Schweiz verfügt zwar über keine Rohstoffe, dafür aber über ein sehr kostbares Gut: Wasser. Die Wasserreserven der Schweiz entsprechen rund sechs Prozent der Süsswasservorräte Europas. Und dieses Wasser kühlt nicht nur unsere Kehlen. Was liegt also näher, als sich in einem der über 1 500 stehenden oder unzähligen fliessenden Gewässer der Schweiz zu erfrischen? Vielleicht mit einem herzhaften Sprung ins kühle Nass?

Sehnsucht nach mehr

Unsere Seen sind ein Paradies für Wasserratten und Sonnenanbeter. Am, im, auf und unter dem Wasser tobt das pralle Leben: Es wird gepicknickt, grilliert, gespielt, (sonnen)gebadet, gerudert, gepaddelt und getaucht. Das Element Wasser zieht magisch an.

Auf dem Wasser treiben oder mit einer sanften Brise im Gesicht im Schatten sitzend in Gedanken versinken; abtauchen in die eigene Welt, inspiriert durch die vielen Nuancen des Blaus, das bei jeder Tageszeit und bei jeder Witterung anders leuchtet. Einfach abdriften in die Schwerelosigkeit – ein Hoch auf den Sommer!

Imposante Churfirsten-Kulisse | Region Walensee: Walenstadt, Mols, Unterterzen, Murg, Filzbach und Amden  

Das Gebiet um den Walensee überrascht mit seinem milden Klima, das Trauben zum Reifen bringt. Der fjord- ähnliche See, an dessen Ufer sich über 1000 Meter hohe Steilhänge erheben, ist einer der saubersten Seen der Schweiz. Wenngleich seine Wassertemperatur in der Regel um einige Grad kälter ist als diejenige der benachbarten Seen (er wird im Sommer selten über 20 Grad warm), erfreut er sich grosser Beliebtheit. Der Walensee ist ein Eldorado für Wassersportfreunde: Tauchen, Wind- und Kitesurfen, Rudern, Wakeboarden, Pedalo- und Kajakfahren, Stand-up-Paddling (SUP) – alles ist möglich. Auch das Angebot an Sportschulen und Materialverleih ist gross. Neben einigen wilden Badeplätzen gibt es mehrere Strandbäder entlang des Ufers.

Blick auf Pilatus und KKL | Seebad, Luzern

In seiner weit über 100-jährigen Geschichte wurde das Bad mehrmals umgebaut, bis es 2010 sein aktuelles Aussehen bekam. Es ist zwar nicht mehr in der historischen Form erhalten, wie es der Luzerner Architekt Heinrich Viktor von Segesser 1884–1885 erbaut hat, versprüht aber immer noch den Charme der Gründerzeit. Das Seebad liegt am Luzerner Nationalquai, unmittelbar vor den historischen Hotelbauten, und bietet saisonales Badevergnügen mitten in der Stadt Luzern. Von der grossen Sonnenterrasse eröffnet sich ein fantastischer Blick auf den Pilatus und das Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL).

 

 

Informationen
zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen (einige der erwähnten Bäder sind kostenlos), Anreise, Parkplätzen, Verpflegung usw. finden Sie auf folgenden Websites mit weiterführenden Links:

Sonnenbaden mit Aussicht | Drei Weieren, St.Gallen

Die «Weiärä» zählen zu den schönsten Naturschwimmbädern der Schweiz. Sie wurden im 17. Jahrhundert künstlich angelegt, um die Wasserversorgung der Textilbleichen und der Feuerwehren zu gewährleisten. Bald waren sie für die Bewohnerinnen und Bewohner ein beliebter Bade- und Erholungsort, damals noch streng nach Geschlechtern getrennt – deshalb auch die Namen «Manne- und Buebeweiher» und «Frauen- und Familienbadi». Die historischen Jugendstil-Holzbauten von 1896 sind Zeugnis von St.Gallens Vergangenheit als Textilweltstadt.

Genuss über Wasser | Badhütte, Rorschach

Die Seebadeanstalt aus dem Jahr 1924 ist ein historisches Kastenbad auf Stelzen und ist nur über eine Brücke vom Ufer zu erreichen. Sie ist das einzig verbliebene Bauwerk seiner Art am Schweizer Bodenseeufer und ist im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter gelistet. Ursprünglich diente sie der Förderung der Körperhygiene. Heute ist die «Badi», wie sie die Einheimischen nennen, gesellschaftlicher Treffpunkt der «Seebuebe» und der «Seemaitli» von Rorschach und Umgebung.

Bad der Dichter und Denker | Seebad, Rapperswil

Die hufeisenförmige Badeanlage auf Pfählen im Zürichsee wurde um 1940 nach Plänen von Robert Walcher gebaut. Diese, noch an die Form der alten, geschlossenen Kastenbäder angelehnte Seebadi ist gegen die Seeseite zur Kempratner Bucht geöffnet und war zu Beginn nach Geschlechtern zweigeteilt. Heute ist das Bad mit der auf dem Dach angelegten Sonnenterrasse mit Liegepritschen ein Platz zum Sein und Geniessen, zum Sehen und Gesehenwerden – und zum Schwimmen im Schatten des Lindenhügels. Berühmte Schriftsteller wie Hugo Loetscher und Gerold Späth haben sich hier für ihre Romane «Saison» und «Unschlecht» inspirieren lassen.